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"Frischzellenkur" für das Bistumsgedächtnis

Nachlass von Bischof Michael Felix Korum für die Zukunft gesichert

Mehr als 40 Jahre, so lange wie kein anderer in den letzten 500 Jahren, war Michael Felix Korum Bischof von Trier. Er starb am 4. Dezember 1921. Das bevorstehende Gedenken seines 100. Todestages nahm das Bistumsarchiv Trier zum Anlass, den umfangreichen amtlichen und persönlichen Nachlass des Bischofs gründlich durchzusehen und neu zu verpacken. Die Akten wurden 1936 als erster Bischofsnachlass dem damals neugegründeten Bistumsarchiv übergeben. Die aufwendigen Maßnahmen dienen der besseren Benutzbarkeit und sollen die fragilen Papierdokumente vor altersbedingtem Verfall bewahren.

  • Charakterisierung des Bestands

    Die fast 900 Aktenbände bieten vielfältige Einblicke in das Wirken einer beeindruckenden Persönlichkeit des 19. und 20. Jahrhunderts. Der gebürtige Franzose hat in schwieriger Zeit, nach den Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche im sogen. Kulturkampf und in Kriegszeiten (1870/71 und 1914-1918) unermüdlich die Sendung der katholischen Kirche in der Gesellschaft des Deutschen Kaiserreiches zu verteidigen und fruchtbar zu fördern gesucht. Der Nachlass zeigt Bischof Korum in einem Netzwerk gesellschaftlich tragender katholischer Kräfte auch über die Grenzen seines Bistums hinaus. Der „mitreißende Kanzelredner“ (Neue deutsche Biographie 12 [1979], S. 605f.) war ein gefragter Seelsorger und geistlicher Beistand, nicht zuletzt für die Angehörigen weiblicher Orden.

  • Wie kam der Bestand zum Bistumsarchiv?

    Über Umwege kam dieser Bestand 15 Jahre nach Korums Tod in das neu errichtete Bistumsarchiv, das ältere Archive des Doms und des Bischöflichen Generalvikariats vereinte. Bevor das Archivpersonal den Bestand ordnen und verzeichnen konnte, lagerten die Unterlagen Korums an verschiedenen Orten und waren durch mehrere Hände gegangen. Zusammen mit weiteren Dokumenten, die als Ergänzung des Korum-Nachlasses im Jahre 1972 ins Bistumsarchiv kamen, umfasst das Inventar bzw. Findbuch 885 Verzeichnungs­einheiten.

  • Die umfangreichen Maßnahmen zur Sicherung des Archivguts

    In der technischen Bearbeitung historischer Dokumente hat sich seit den Anfängen des Bistumsarchivs ein enormer Wandel vollzogen. Das seit Mitte des 19. Jahrhunderts industriell produzierte Papier zeigt aufgrund seines hohen Säuregehalts nach 100 bis 150 Jahren starke Zerfallsspuren. Insofern haben in den vergangenen Jahrzehnten die Bemühungen um die Substanzerhaltung des schriftlichen Kulturgutes an Bedeutung gewonnen. Nach fast 50 Jahren haben wir deshalb den Korum-Bestand konservatorisch bearbeitet. Die meist mechanischen Schäden (Knicke, Risse) und Verunreinigungen sowie die unzureichende Verpackung der historischen Dokumente wurde mit aufwendigen Maßnahmen (Reinigung, Glättung, Restaurierung) behoben bzw. gesichert und in säurefreien Mappen verpackt, die nun in säurefreien Archivkartons im Archivmagazin lagern. In dieser Form vor unmittelbaren Umwelteinflüssen (zu hoher Lichteinfall, Staub, schwankende Klimawerte) geschützt, wird sich die Lebensdauer und damit die sprechende Zeugenschaft des Korum-Nachlasse verlängern lassen und auch zukünftigen Generationen über diesen Bischof und sein Wirken berichten können.

  • Zum Findbuch

    Das in den 1970er Jahren entstandene Findbuch wurde leicht überarbeitet und in ein elektronisches Verzeichnungsprogramm übertragen und ist als Onlineversion über die Internetseiten des Bistumsarchivs nutzbar.